Storchenstation Möhlin

Seit Anfang 2005 ist die Storchenstation in Möhlin ein Teil von meiner Freizeit geworden. Ich verbringe fast jeden Samstag morgen dort, helfe mit den Tieren, füttern, putzen und beobachten. Dabei lernen wir sehr viel von den erfahrenen Männern dort, allen voran von Ernst, dem Leiter dieser Station und Karl dem Chefpfleger (wenn man dem so sagen kann: denn Hierarchie gibt es da eigentlich keine---viel wichtiger ist eine gute Kameradschaft) Die beiden sind mir schon sehr ans Herz gewachsen! Und natürlich auch Marcel, denn uns beide verbindet die Liebe zu den Indianern. Mit ihm und Sandra werde ich auch auf Anfang 2008 die Leitung der Station übernehmen. Marcel hat etwa zur gleichen Zeit hier seinen Dienst angetreten wie Sandra und ich. Ich freue mich auf diese neue Herausforderung, bin gespannt, wie das wird...

Aber alles der Reihe nach:

Eines schönen Tages, die fleissigen Leser meines Tagebuches werden sich erinnern, fand ich auf einem Ausritt einen geschwächten Mäusebussard. Ich konnte ihn fangen und Sandra kam mir, nachdem ich sie angerufen hatte, mit dem Auto entgegen. Doch wohin nun mit dem armen Tier? Wir erinnerten uns daran, dass es in Möhlin eine Storchenstation geben soll, also fuhren wir dort hin.  Und so nahm das Schicksal seinen Lauf... Der Mäusebussard hat sich, entgegen aller pessimistischen Behauptungen zu Beginn, wieder prächtig erholt und konnte am Samstag, dem 19.03.05 von mir wieder in die Luft geworfen werden...

 Doch Sandra und ich, wir werden wohl noch viele Stunden in der Station bei unseren neuen Freunden (Tieren und Menschen) verbringen... Danke lieber Bussard, nur dank Dir haben wir einen neuen Lebensabschnitt begonnen! Du hast uns zu sehr viel Schönem verholfen!!! Keine Frage, das ich seit dem jeden Bussard mit ganz anderen Augen anschaue! Was für ein Wendepunkt im Leben, was für ein neuer, schöner Abschnitt, wieviele tolle neue Bekanntschaft! Danke Bussard!!!!

Etwas zur Geschichte dieser Station:

Sie wurde im 1970 gegründet. Ein Mann namens Max Bloesch hatte die Idee, die in den 50 er Jahren bereits in der CH ausgerotteten Störche wieder anzusiedeln! Das ging viele Jahre lang total in die Hosen, weil viele Fehler gemacht wurden---aus Unkenntnis! Inzwischen ist die Storchenstation schon Heimat vieler Störche geworden, meist um die 12 Brutpaare kommen im Frühjahr auf ihre Horste (jedes Jahr auf den gleichen, die Horsttreue ist bei Störchen ausgeprägter als die Partnertreue) und brüten dort ihre Eier aus, bevor sie Ende Sommer (Mitte August die Jungen, Mitte September die alten) ihre Reise nach Afrika antreten. Und jedes Jahr kommen sie wieder zurück. (sofern sie die Reise überleben)  Ausser die Jungen, welche erst mit 3 Jahren geschlechtsreif werden und in diesen Jahren ein Jungesellen-Dasein führen. Sie fliegen überall ein bisschen herum, bis sie dann, mit 3 Jahren, wieder dahin zurückkommen, wo sie geboren wurden. Die Station überwacht die Störche ganz genau, liest die Ringe ab, führt Statistiken, welche Störche zusammen Junge haben, die Jungen werden beringt, es wird beobachtet, welche Jungen wann wieder kommen und und und... Aber ansonsten leben die Störche zwar in der Nähe, aber absolut wild und ziehen ihre Jungen alleine auf. Nur ab und zu füttern wir etwas zu, dies aber mehr für die Besucher, damit sie etwas zu sehen haben.  
    

   

 
 

Hier noch ein paar andere Bewohner der Station, denn wir haben ja nicht "nur" Störche... :-)

 

"Waldi" die Waldohreule 

Er wurde als Baby abgegeben und dann von Karls Frau Margrit aufgepäppelt. Inzwischen ist er gross und stark und auch schon wieder recht scheu, aber auswildern kann man ihn nicht mehr.
Inzwischen hat er auch endlich Gesellschaft bekommen: eine junge Waldohreule die Karl, Sandra und ich aufzogen! Die kleine ist zum Verlieben, wir hoffen nun sehr, das es ein Weibchen ist, dann hätten wir ein Pärchen!!!
In der Hoffnung haben Sandra und ich sie auch schon so getauft: "Von"

      
 die kleine "Von" als Baby... :-)))

 
und so sieht die kleine Eule heute aus. (links) wir haben sie "Von" (isländisch die Hoffnung) genannt, weil wir immer noch hoffen, das es ein Weibchen ist! Auf dem rechten Bild ist "Waldi" zu sehen. Man kann die beiden sehr einfach unterscheiden! Oder nicht?!

 
die kleine "Von" heute. Ist sie nicht zum Knuddeln süss?!? Ich liebe diese Eule. Aber dennoch, sie ist ein Wildtier und sollte sie doch ein Männchen sein, werden wir eines Tage schweren Herzens von ihr Abschied nehmen müssen....


Waldohreulen sind ziemlich aggressive Eulen... Man muss sie mit Gewalt füttern, sonst geht nichts. Diese Eule weicht nicht aus, wenn man kommt, sie stellt sich, macht sich dick und faucht und klappert! Die Oehrchen sind noch schlecht zu sehen, die kommen erst. Die junge Waldohreule lässt sich ganz leicht vom viel ruhigeren Waldkauz durch ihre orange-leichtenden Augen unterscheiden!!

Inzwischen hat sich herausgestellt, das unsere kleine Von doch ein Männchen ist. Aber hergegeben haben wir sie nicht. Nein, unser Männchen "Waldi" wurde gegen ein Weibchen eingetauscht. Nun haben wir endlich ein Paar und hoffen auf Junge.

 
Babyfütterung

 

Uhu
Es hatte anfangs 3 Uhus in der Station, die beiden Weiber sind Schwestern. Beide Weibchen sind eher scheu, das Männchen ist ein rechter Haudegen, plustert sich auf und faucht die Menschen an... Ich habe Respekt vor ihm, aber keine Angst... Ich denke, es ist nur Bluff! Inzwischen denke ich aber, sind wir gute Freunde geworden, denn mir gegenüber ist er sehr nett, beachtet mich kaum. Ich glaube, er vertraut mir---und ich ihm. Er ist mein Freund geworden--darum der Name, "Kola". Das heisst auf Lakota "Freund"

Inzwischen haben wir das eine Weibchen verloren. Die Uhus haben sich selber "dezimiert". Nun haben wir noch Kola und ein Weibchen. Liebe scheint es aber nicht zu sein, bei den beiden, sie sitzen nie zusammen und kommt das Weibchen zu nahe, wird Kola so richtig böse! Ob das jemals Junge gibt???

 
die beiden hysterischen Uhuweibchen!                                    
Kola, mein dicker Freund! :-)

 Kola! Die Maus hat er mir fast aus der Hand genommen! Hätte ich nur nicht so einen verdammten Respekt.. :-) Aber Respekt ist ja gut!!!

      

Schleiereule
Momentan haben wir 2 Brutpaare in der Station. Das eine Paar hat nun sogar ein Junges. Die Schleiereulen sind wunderschöne Tiere (Sandras Lieblinge) aber leider nicht sonderlich attraktiv ¨für die Besucher, weil man sie so gut wie nie sieht. Ausserdem auch nicht sehr leicht zu züchten, da sie wahnsinnig sensibel auf Störungen sind...

 


Waldkauz
Ein Waldkauzpärchen hat es auch! Die beiden sind meist zu sehen, wenn sie draussen auf der Stange sitzen, ganz nahe beieinander, aufgeplustert mit halbgeschlossenen Augen, dann könnte man schreien vor Entzücken! Soooo süss.... Und wenn dann noch die halbwüchsigen jungen, die Flauchkugeln dazwischen sitzen---ein Bild für die Götter!!! Sehr attraktiv für die Besucher und einfach tolle, wunderschöne Vögel! Ich mag sie, die dunkeläugigen Kobolde!


    
ein Teil der Waldkauz-Familie                            

Schnee-Eule
Es hat ein Schnee-Eulen Pärchen, die beiden sind auch ganz nett, sitzen meist am Boden und schauen Dich von unten her an. Schon letztes Jahr hatten sie 3 Junge und nun sind auch dieses Jahr wieder welche geschlüpft... Nun, im 2007, hatten wir nur ein Junges. Ein Weibchen.
Die beiden sind auch ganz tolle Vögel, das Männchen (Frosti) frisst manchmal fast aus der Hand. Einzig zur Brutzeit, muss man auf der Hut sein, wehe wenn das Weibchen von den Eiern runter nach ihrem Mann schreit, dann kommt der mit Füssen voran auf einen los. Recht unangenehm. Aber das sind vielleicht 4 Wochen im Jahr, die restliche Zeit sind das zwei ganz friedliche und lustige Gesellen!

 
Die Schnee-Eulen. Gut zu unterscheiden das gefleckte Weibchen und das fast weisse Männchen

Gelbhauben-Kakadu
"Yuki" ein spezieller Fall! Von ihrem "Ehemann" wurden ihr die Zehen abgenagt, zum Glück für Sandra und mich, sonst wäre die kleine Hexe wirklich gefährlich für uns. Sie mag uns nicht, denn wir sind auch Frauen, die Pfleger, die liebt sie und die gehören ihr! Sie ist sehr eifersüchtig und territorial, wollen Sandra und ich durch ihr Gehege, müssen wir auf Luftangriffe gefasst sein! Ein hübscher Vogel, der alle Besucher anzieht, aber sie ist der Wolf im Schafspelz... :-)) Naja, sie wird sich wohl noch an uns gewöhnen! Inzwischen haben wir ein Abkommen getroffen: mit der Bürste in der Hand gucke ich sie an, ein lautes, deutliches "Yuki, ich warne Dich!!! Mach keinen falschen Fehler!!!!" Dann guckt sie nur und bleibt sitzen. Sie weiss inzwischen, das ich keine Angst vor ihr habe und auch wehrhaft sein kann..... :-))

Steinkauz
Es gibt momentan 2 Paar  Steinkäuze in der Station, da wir auch beim Projekt Steinkauz mitmachen. Internatinale Zusammenarbeit ermöglicht das Projekt, denn Steinkauz in freier Wildbahn wieder anzusiedeln, das ist ein wahres Hexenwerk! Aber wir sind zuversichtlich... Die kleinen sieht man nur, wenn man in die Höhle schaut! Aber auch da muss man gut schauen, denn sie sind wirklich klein....
inzwischen haben wir ein freifliegendes Weibchen, das sich immer um die Station herumtreibt und manchmal am hellichten Tag von einem Baum schreit. Dann geben die anderen meist Antwort. Zu süss... Hoffentlich findet sie bald einen Partner und brütet in der Nähe, das wäre der Hammer!!!






Turmfalken
Inzwischen haben wir 5 Turmfalken (meine absoluten Lieblinge!!!!!) in der Station. Kamen irgendwie alle fast gleichzeitig... Zuerst ein flügellahmer. Jungvogel, Tendenz auf Weibchen. Dann wollten wir den behalten und brauchten einen Partner. Mein Kollege, Walti Benz, der hatte grad 3 junge. Gut, wir haben die geholt. Federproben wurden eingeschickt, um das Geschlecht zu bestimmen. Dummerweise existieren aber von den Falken noch keine Daten, das heisst, es ist nur ersichtlich, das es 1:2, bzw. 2:1 steht, keine Ahung aber ob 2 Männlein und 1 Weiblein oder umgekehrt. Nun heisst es abwarten, bis wir es anhand der Federn sehen.
Dann wurde noch einer abgegeben. Zu süss. Ein ganz zahmer. Muss von Hand aufgezogen worden sein. Sandra meinte zuerst, er sei blind, dies scheint nun aber nicht so, da er auch gut fliegt und nun endlich endlich auch selber fressen gelernt hat. Dies dürfte ein junges Männchen sein. Nun wollen wir da sicher ein Paar behalten.

Regelmässige News aus der Station, natürlich auch mit Bildern der aktuellen Pfleglinge findest Du hier...

 

 


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